Treffen mit Repressions-Betroffenen

Geschrieben von Stefan H.

Nach der Demo ist vor der Demo!

Mit dem Ende einer Demo ist die Organisation einer Demo noch nicht beendet. Leider kommt es auf Demos oft zu Polizeigewalt, Verhaftungen und sonstiger Repression gegen Demoteilnehmer_innen. Oftmals werden Menschen während oder im Umfeld der Demo von der Polizei angehalten, die Identität festgestellt oder verhaftet. Viele dieser Repressionsbetroffenen wissen über ihre rechtliche Lage nicht ausreichend Bescheid, sind oftmals nicht in Gruppen organisiert, wo sie eventuell unterstützt werden oder wissen nicht an wen sie sich um Rat und Rechtshilfe wenden können. Deshalb ist es unserer Meinung wichtig, bei der Organisation einer Demo auch ein Treffen nach der Demo für Repressionsbetroffene mit zu planen.

Nachbereitungstreffen mit Repressions-Betroffenen

Nach Repressionsfällen bei Demos ist es ratsam, möglichst rasch ein offenes Treffen für Betroffene zu organisieren und über die Demohomepage und sonstige Quellen zu bewerben. Bei diesem Treffen geht es vor allem darum, Betroffene zu vernetzen und allgemein über rechtliche Folgen, Rechtsmittel und Fristen bei Straf- oder Verwaltungsstrafverfahren aufzuklären. Findet ein Treffen erst statt, nachdem die ersten Betroffenen blaue Briefe von der Polizei erhalten, erreicht ihr meist nicht mehr viele Menschen und eine Vernetzung zur Aufklärung ist wesentlich schwieriger möglich.

Antirep- und Rechtshilfegruppen, insbesondere die Rechtshilfe der entsprechenden Demo, unterstützen euch sicher gerne bei bzw übernehmen rechtliche Beratung und Teile der Nachbereitung. Die Organisation eines Raumes für das Treffen und die Bewerbung auf der Demo-Homepage kann euch jedoch meist keine Rechtshilfegruppe abnehmen. Es ist ratsam die Art und Weise der Unterstützung von Repressionsbetroffenen mit der Rechtshilfe abzusprechen.

Nach Absprache mit der Rechtshilfe ist es auch sehr sinnvoll eine Emailadresse für Repressionsbetroffene anzubieten. An diese können sich Repressionsbetroffene wenden, die beim Nachbereitungstreffen keine Zeit hatten oder dringende Fragen haben etc.

Ein zweites Treffen sollte am besten dann statt finden, wenn die ersten Betroffenen Post von der Polizei erhalten. Diese melden sich meist über die angebotene Rechtshilfe Emailadresse.

Soli-Veranstaltungen

Den Menschen, die von Repression betroffen sind, entstehen Kosten durch Geldstrafen, Prozess- und Anwält_innenkosten.

Ihr könnt, sofern ihr über ein Konto verfügt, oder eine befreundete Organisation euch ihr Konto zur Verfügung stellt, dort zu Spenden für Betroffene aufrufen. Sonst könnt ihr mit den Betroffenen zusammen Solidaritätsveranstaltungen und -feste machen, um so Spendengeld zur Unterstützung zu bekommen. In einigen Häusern bzw Räumen könnt ihr anfragen, ob ihr Soliveranstaltungen machen könnt ohne Miete oder so was zahlen zu müssen.

Unvollständige Liste:

Allgemeines Reflexionstreffen

Es ist sicher auch sinnvoll über die Vorbereitung und den Ablauf der Demo zu reflektieren um so mögliche Schlüsse fürs nächste Mal ziehen zu können.

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